Bereits seit dem 1. November 1986 gilt deshalb für Fahranfänger eine zweijährige Probezeit. Mit dieser Bewährungszeit soll der erhöhten Unfallgefährdung durch den Fahranfänger entgegengewirkt werden.
Mit der Einführung der Fahrerlaubnisverordnung zum 1. Januar 1999 traten einige zusätzliche Vorschriften in Kraft, z.B. die ev. Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre, die Teilnahme an Aufbauseminaren und die verkehrspsychologische Beratung. Diese zusätzlichen Maßnahmen und Hilfestellungen sollen bewirken, dass der auffällig gewordene Fahranfänger die Defizite in seiner Einstellung zum Straßenverkehr erkennt, sein auffälliges Verhalten überdenkt und ändert.
Jährlich verlieren etwa 20 000 Fahranfänger ihre Fahrerlaubnis vor Ablauf der Probezeit.
* Wann beginnt und endet die Probezeit ?
Die Probezeit beginnt am Tag der Ausstellung des Führerscheines und endet nach zwei Jahren mit Ablauf dieses Tages. Das Ablaufdatum ist im Führerschein eingetragen.
* Folgen beim Verstoß !
Mit der Bezahlung eines Verwarnungsgeldes (bis 35 Euro) ist die Ahndung des vorliegenden Verstoßes erledigt. Alle Verstöße innerhalb der Probezeit, die zu Punkten in Flensburg (Bußgelder ab 40 Euro), einem Fahrverboten oder Führerscheinentzug führen, kann eine Nachschulung angeordnet werden. Die Probezeit verlängert sich anschließend auf 4 Jahre.
* Unterschiedliche Verstöße :
Innerhalb des Probezeitraumes werden Verkehrsverstöße in
2 Kategorien eingeteilt.
In den Abschnitt A
fallen schwerwiegende Zuwiderhandlungen; dies sind die meisten Verkehrsstraftaten sowie die "gängigen" Ordnungswidrigkeiten (Geschwindigkeits-, Abstands-, Rotlicht-, Vorfahrts-, Überholverstöße etc.).
Unter Abschnitt B
fallen weniger schwerwiegende Delikte, wie z.B. Verstöße gegen die StVZO (Fahren mit zu geringer Profiltiefe usw.).
Eine Nachschulung wird immer fällig, wenn der Führerscheinneuling innerhalb der Probezeit einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begeht. Gleichzeitig verlängert sich die Probezeit auf 4 Jahre!
* Nachschulung :
Die Nachschulungskurse werden von Fahrschulen für auffällig gewordene Fahranfänger angeboten. Es müssen 4 Theoriesitzungen von je 135 Minuten, sowie eine Fahrprobe (mindestens 30 Minuten) absolviert werden.
* Weitere Verstöße innerhalb der Probezeit:
Wer nach Teilnahme an der Nachschulung innerhalb der Probezeit wieder einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begeht, wird von der Verkehrsbehörde aufgefordert an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.
* Entzug der Fahrerlaubnis:
Nimmt der auffällig gewordene Führerscheinneuling nicht an der Nachschulung teil, oder begeht er innerhalb von 2 Monaten nach der Verwarnung und Information zur verkehrspsychologischen Beratung einen weiteren A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstöße, so muss ihm die Fahrerlaubnis entzogen werden.
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Beispiele von A- oder B-Verstößen,
die zu einem Aufbauseminar führen können
A- Verstöße :
> Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden oder bei Unübersichtlichkeit.
> Zu schnelles Fahren bei Unübersichtlichkeit oder an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen.
> Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h
> Verbotenes Rechtsüberholen außerhalb geschlossener Ortschaften.
> Nichtbeachten der Vorfahrt.
> Falsches Verhalten gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen.
> Beim Rechtsabbiegen mit Grünpfeil vor dem Rechtsabbiegen nicht angehalten.
> Nichtbeachtung des Rotlichts, grobes Nichtbeachten des STOP-Zeichens.
> Gebrauch oder Gestatten des Gebrauchs von Fahrzeugen ohne Zulassung oder ohne Betriebserlaubnis.
B- Verstöße :
> Fahren eines Fahrzeugs mit weniger als 1,6 mm Profiltiefe an den Reifen.
> Fahren ohne Licht oder nur mit Standlicht bei erheblicher Sichtbehinderung außerhalb geschlossener Ortschaften.
> Führen eines Fahrzeugs mit mangelhaft gesicherter Ladung unter Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit.
> Überschreiten der Anmeldefrist zur TÜV-Untersuchung um mehr als acht Monate.
> Führen eines mangelhaften Fahrzeugs.
> Führen eines Fahrzeugs unter Überschreiten der zulässigen Abmessungen
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Junge Menschen sind besonders häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Gemessen an ihrem Anteil am Straßenverkehr und an der Gesamtbevölkerung weisen sie ein überproportional hohes Unfallrisiko auf. Hauptursachen sind der Mangel an ausreichender Fahrerfahrung und die altersbedingt ausgeprägte Risikobereitschaft. Dabei fällt die Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen besonders ins Gewicht. |
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